Mein grüner Weg

 

 

Wo er genau begonnen hat, ist genauso ungeklärt, wie die Kenntnis über das Ziel.

Klar ist, dass es bis hierhin ein Weg war, der vielseitige Erfahrungen in allen Bereichen der grünen Berufe bot und mich am Rosenduft vorbei über jahrelange Baustellen-Arbeit hin zu umfangreichem Wissen, tiefen Erkenntnissen und kreativer Entfaltung führte.

 

 

Meine Schulzeit endete im Sommer 2001 mit dem Realschulabschluss.

 

 

Immer in der Nähe zur Natur aufgewachsen, spürte ich eine Verbundenheit zum floralen Leben und entschied ich mich, eine

  • Lehre zum Gärtner anzutreten.  

Die nächsten drei Jahre bekam ich im Bereich der Zierpflanzengärtnerei des Rosariums in Sangerhausen ein gute Ausbildung im Vermehren und Kultivieren verschiedenster Pflanzenarten, sowie ein generelles Grundverständnis von der Pflanze bis zum weiteren Umfeld. Selbstverständlich war damals auch die Wissensvermittlung über Pestizid-Einsatz und Formschnitt in jeglicher Art Teil des Lehrplans. Und obwohl es mir damals schon Unwohlsein bereitete, war dieses Gefühl noch nicht in mein Bewusstsein vorgedrungen und so handelte ich nach Plan. Es war eine erfolgreiche Ausbildung. Ich gewann mit meinem Team beim Berufswettbewerb alle Ausscheidungen bis zum Landessieger, ich beendete meine Lehre 2004 mit einem „sehr guten“ Ergebnis und hatte mir im Verständnis der Natur ein umfangreiches Wissen angeeignet. Doch die Stadt hatte zu dem Zeitpunkt kein Geld für neue Gärtner und eine Übernahme kam nicht in Frage.

 

 

Ich sah es als Chance, mich weiter zu bilden und so  absolvierte ich in weiteren 3 Jahren ein

  • Techniker-Studium im Bereich Garten- und Landschaftsbau in Quedlinburg.

Die Arbeit mit Steinen, das Beete anlegen, das Pflastern und das Erschaffen von Grünanlagen war genau mein Ding. Hier hatte ich auch die ersten Berührungen mit dem technischen Zeichen von Plänen. Diese Einführung in die Planungsarbeit von Grund auf - durch Papier und Bleistift am Reißbrett und nicht nur am PC - ist eine Erfahrung von der ich bis heute profitiere. Neben der Theorie war auch ein Jahr Praxis in einem GaLa-Bau-Unternehmen Teil der Ausbildung und ich hatte das Glück, bei einer größeren Firma arbeiten zu können, welche über ein internes Planungsbüro verfügte und mir über den Praktikums-Inhalt hinaus  die Möglichkeit stellte, erste eigene Pläne zu entwerfen und umzusetzen. Immer wieder konnte ich neben der Betreuung monotoner Pflegeobjekte auch bei der Entstehung wunderschöner Naturgärten mitarbeiten.

 

 

Schon während des Techniker-Studiums beschloss ich, mich im Bereich der Planung noch weiter zu bilden und das Wissen und die Techniken zu vertiefen. So war die 

  • Fachhochschule Erfurt mit dem Landschaftsarchitektur-Studium ab 2007 meine nächste Station.

Mein Interesse galt hier vor allem der Pflanzenverwendung und Botanik, der Anordnung im natürlichen Kontext, dem Landschaften lesen und dem Austausch mit Landschaftsarchitekten. Ich lernte so altes und neues Wissen kennen und konnte dieses mit meinen eigenen Ideen und meiner immer stärker wachsenden, naturorientierten Herangehensweise verbinden.

Im Landschaftsarchitektur-Büro von Michael Dane in Weimar konnte ich unterdessen bereits mit ganzheitlichen Herangehensweisen in der Planung arbeiten.

Das Studium beendete ich mit einer 1,3 als Bachelor of Arts (BA).

 

Der Praxisbezug war mir auch während des Studiums wichtig und so arbeitete ich nebenbei und danach in den

  • GaLa-Bau-Unternehmen alpina ag (Erfurt) und June Gartendesign.

 

 

 In dieser Zeit heiratete ich die wundervolle Victoria (sie ist übrigens mein ganz persönlicher Creative Director von „Geschmackvoll“ ❋ ), mit der ich seit unserer ersten gemeinsamen Minute einen Weg voller Abenteuer gehe; einen Weg, der vor allem von menschlichem Wachstum, emotionaler Bereicherung und out-of-the-box-thinking geprägt ist.

Die entscheidende Entwicklung im Bewusstsein, die mich zum Natur-Gärtnern führte, begann so richtig im Detail mit der Schwangerschaft unseres ersten Kindes. Wir fingen an, wie selbstverständlich alles zu hinterfragen was in der Gesellschaft als Norm angesehen wird und so kam ich auch schnell zu meiner Arbeit und deren Inhalten.

Ich stellte fest, wie viele Dinge unreflektiert hingenommen werden und wie weit wir uns teilweise von den natürlichen Systemen distanziert haben, obwohl diese seit Millionen von Jahren eingespielt und in aller Feinheit aufeinander abgestimmt sind und die Folgen unseres Eingriffes in diese Systeme bereits jetzt unübersehbar und für die Zukunft unüberschaubar sind.

 

Ich intensivierte mein Selbststudium im Bereich der Permakultur, im Urban Gardening und der Selbstversorgung.

 

Als wir in eine größere Wohnung umzogen, war unser Reihenhaus das einzige, welches nicht über einen erholsamen Gartenraum verfügte sondern nur über eine Asphaltfläche, umstellt mit Baracken. Doch dieses Ödland forderte mich gerade dazu auf, alte und neue Ideen auszuprobieren. Es wurde anfänglich mit ein wenig Argwohn der Nachbarn betrachtet, doch als ein blühender und essbarer Wohlfühl-Ort entstand, folgten schnell Akzeptanz und auch Nachahmer.

Beflügelt von dieser Erfahrung suche ich seitdem immer wieder Plätze, die ich der Natur mit leitendem Wissen und aktiver Gestaltung zurückgeben kann und Menschen, mit denen ich im Austausch der Ideen neue Projekte realisieren kann.

 

Es gibt noch viel neues zu entdecken, altes wiederzubeleben und wertvolles zu erhalten.

Wir können das  Leben geschmackvoll gestalten.